How intelligence is driving tomorrow’s cities

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Patrick Schmed

November 24, 2021

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Alpensymposium Interlaken 2020 | 15. January 2020

Ayesha Khanna zeichnet ein Bild davon, wie künstliche Intelligenz herkömmliche Städte auf ein neues Level heben kann. Hinter dem grossen Bild erkennt man zahlreiche feine Striche und Schattierungen zwischen Hell und Dunkel – genau wie in der Malerei.

Weltweit leben immer mehr Menschen in Städten. Die Herausforderungen, welche durch das Wachstum entstehen, können künftige Generationen mit künstlicher Intelligenz bewältigen, davon ist Ayesha Khanna überzeugt. Mit ihrer Agentur ADDO AI entwickelt sie in Singapur Modelle und tüftelt am Erscheinungsbild der Smart Cities. «In Switzerland, you’re a bit spoiled», findet sie. In der Schweiz seien wir verwöhnt, weil hier bereits jetzt gute Bedingungen vorherrschen, auch in den Städten. Diese seien gut und effizient organisiert und administriert, und dazu gebe es in der Schweiz Universitäten, wo die Talente ausgebildet werden, welche die Wettbewerbsfähigkeit aller Städte im 21. Jahrhundert sicherstellen können.

Ayesha Khanna ist überzeugt, dass die künstliche Intelligenz die Herausforderungen der Zukunft lösen helfen kann, wenn wir uns darüber verständigen. Fotos: Patrick Schmed

Big data?

Ein Problem, das aktuell viele Menschen beschäftigt, ist die Erhebung und Ansammlung von persönlichen, teilweise sensiblen Daten. Um die damit verbundenen Probleme zu lösen, braucht es den Dialog, das müssten wir gemeinsam tun, so Ayesha Khanna. In Japan wird die Aufmerksamkeit von Kindergärtnern mit künstlicher Intelligenz überwacht, zeigt sie in einem Video. «Wer im Kindergarten gähnt, könnte in zwanzig Jahren in einem Bewerbungsgespräch darauf angesprochen werden und vielleicht den Job nicht erhalten», stellt sie scherzend fest. Keine sehr angenehme Zukunftsaussicht, dafür kann überwacht werden, dass ältere Menschen ihre Medikamente nehmen. Das erlaubt schnelle Hilfe, falls etwas vergessen oder vertauscht wird. Gerade im Bereich der Gesundheit bietet künstliche Intelligenz grossartige Potenziale, welche helfen, Leben zu retten und aufzuwerten.

Und die Jobs?

Es ist kein Geheimnis, dass die künstliche Intelligenz Arbeitsplätze ersetzt. Wie soll man damit umgehen? Ayesha Khannas Rezept ist einfach – es braucht neue Ausbildungen und Karrieren. «In future, you and I will be a team of superheroes» – «Wir werden als Team von Superhelden in die Zukunft schreiten», davon ist die Visionärin überzeugt. Auch hier braucht es wiederum Gesprächsbereitschaft und den Dialog. «Wir wollen einen Ort schaffen, wo man gerne lebt und keine technische Welt», bringt es Ayesha Khanna auf den Punkt. Eine bessere Welt, so sieht ihre Vision der Zukunft aus, und die ist sogar grüner als das aktuelle Städtebild.

Flugdrohnen-Taxis

Moderator Florian Inhauser stellt der Visionärin auch kritische Fragen, unter anderem zu selbstfahrenden Fahrzeugen.

Ganz wie in «The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy» werden wir künftig mit Flugdrohnen von einem Ort zum anderen gelangen, auch wenn die Orte auf dem Globus liegen statt im Weltall. Das schafft Platz für Grünflächen und für Trottoirs, welche die zunehmend ältere Bevölkerung benötigt, um sich zu treffen und auszutauschen. «Hier entstehen Innovationen», ist die Smart City-«Architektin» überzeugt. Auf die Frage angesprochen, ob es – wie in Amerika – einen Anteil geben sollte, den man beim Gebäudebau in Kultur investieren muss, nickt sie. «Unbedingt, das unterstützt auch die mentale Gesundheit und füllt das Leben mit Sinn.» Um unsere Welt besser zu machen, helfen Innovationen wie Tele-Health – «Der Arzt kann Echtzeit-Anweisungen in den Krankenwagen senden, damit schon auf dem Weg zum Spital lebenserhaltende Massnahme geleistet werden kann», führt die Referentin des Alpensymposiums ein Beispiel auf.

Gesundheit vor allem

Grosse Chancen der künstlichen Intelligenz erkennt Ayesha Khanna bei Gesundheitsthemen.

Es sei bereits gelungen, einen Massenmörder mithilfe von künstlicher Intelligenz zu fassen – auch dies ein positives Beispiel für den Segen der Digitalisierung. Wie alles auf der Welt gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. Die Menschen wehren sich gegen selbstfahrende Autos und gegen die Verstrahlung mit 5G. «Wenn sich Widerstand regt, müssen die Regierungen und Organisationen diesen ernst nehmen und nach neuen Lösungen suchen», so die Empfehlung von Ayesha Khanna. «Die Gesundheit steht immer an erster Stelle. Wenn bewiesen wird, dass ein 5G-Netz gesundheitsschädliche Schäden hervorruft, muss man die Folgen gemeinsam ausdiskutieren und Lösungen finden.» Damit kommt die Rednerin zu einem Grundthema, das sich durch das gesamte Alpensymposium zieht – die künstliche Intelligenz braucht menschliche Intelligenz, um sie zu lenken. Am Ende braucht es viele kleine Schritte. Sie fügen sich wie feine Pinselstriche zwischen Hell und Dunkel ins grosse Bild ein, das man erst mit etwas Distanz erkennt. Diese Distanz zu erhalten, ist ein Anliegen des Alpensymposiums unter dem Titel «Die Zukunft gestalten, ankommen im Leben.»

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